Banken, Vermögensverwalter und Asset Manager investieren zwar immer mehr Geld in Technologie, doch die steigenden Ausgaben führen nicht automatisch zu besserer Skalierbarkeit. Zu diesem Schluss kommt die Studie „Master complexity to unlock scale“, die Monitor Deloitte gemeinsam mit dem Fintech-Anbieter Objectway veröffentlicht hat.
Demnach sollen die weltweiten Ausgaben für Technologie und operative Prozesse im Finanzsektor von rund €173 Milliarden im Jahr 2025 auf etwa €243 Milliarden im Jahr 2029 steigen. Trotzdem gelingt es bislang nur einem Viertel der Institute, Wachstum von steigenden Kosten zu entkoppeln.
Veraltete Betriebsmodelle bremsen Wachstum
Laut der Studie liegt das Problem weniger in einem Mangel an Investitionen als vielmehr in veralteten Technologie- und Betriebsmodellen. Diese hätten zunehmend Schwierigkeiten, mit regulatorischen Anforderungen, steigenden Kundenerwartungen und einer wachsenden internationalen Komplexität Schritt zu halten.
72% der befragten Finanzinstitute verfügen nach Angaben der Autoren derzeit nicht über ein Betriebsmodell, das nachhaltiges Wachstum ohne gleichzeitig steigende Kosten ermöglicht.
As-a-Service-Modelle gewinnen an Bedeutung
Vor diesem Hintergrund setzen laut Studie immer mehr Finanzhäuser auf sogenannte As-a-Service-Modelle. Dabei werden standardisierte Technologie- und Betriebsprozesse an spezialisierte Anbieter ausgelagert, während sich die Institute auf ihr Kerngeschäft konzentrieren.
Die Studie sieht dabei einen Wandel in der Sourcing-Strategie vieler Institute. Statt zwischen Eigenentwicklung und Outsourcing zu wählen, würden Finanzunternehmen zunehmend hybride Modelle einsetzen, die interne Kompetenzen mit externen Dienstleistungen kombinieren.
Nach Einschätzung der befragten Institute wird die Bedeutung dieser Modelle in den kommenden Jahren deutlich zunehmen. Bei kleinen und mittelgroßen Finanzinstituten soll der Anteil der Häuser, die As-a-Service als primäres Betriebsmodell nutzen, von derzeit 8% auf 31% steigen. Bei größeren Instituten erwarten die Autoren einen Anstieg von 23% auf 47%.
Die möglichen Betriebsmodelle reichen von Hybrid-SaaS-Lösungen bis hin zu Modellen, bei denen Technologie und operative Prozesse vollständig als Service bereitgestellt werden.
KI erhöht den Handlungsdruck
Als zusätzlichen Treiber identifiziert die Studie den zunehmenden Einsatz von Künstlicher Intelligenz. Deren Potenzial lasse sich nur ausschöpfen, wenn Daten, Prozesse und Governance-Strukturen eng miteinander verzahnt seien.
Nach Angaben der Autoren arbeiten bereits 85% der Unternehmen an spezifischen KIGovernance-Rahmenwerken. Gleichzeitig erwarten die Befragten, dass sich der Einsatz sogenannter agentischer KI in den kommenden zwölf Monaten mehr als verdoppeln wird.
Die Studie „Master complexity to unlock scale: the as-a-service imperative for Wealth, Banking and Asset Management“ wurde von Monitor Deloitte und Objectway erstellt. Sie basiert nach Angaben der Herausgeber auf Markt- und Benchmarking-Analysen, Erkenntnissen aus einer gemeinsamen Studie von FT Longitude und Objectway sowie Fallstudien zu Transformationsprojekten im Finanzsektor.